Die Herkunft des Einstecktuchs (zeitlich gesehen) beginnt in der Biedermeierzeit, ab ca. 1830. Und seit dem ist es ein (wichtiger) Teil der Herrenmode. 

Aber der Ursprung des Einstecktuchs geht noch ein Stück weiter zurück – zur Erfindung des Taschentuchs. Alan Flusser schreibt, dass Richard der Zweite seinem Hof befohlen hatte, Taschentücher zu benutzen, anstatt in die Hände oder auf den Boden zu schnauben. Das war damals sehr verbreitet. Ich hatte auch gelesen, dass die Ägypter das Taschentuch erfanden. Und zutrauen würde ich es ihnen. Immerhin haben sie auch die erste Zehprotese entwickelt. Ein wichtiges Accessoire, wenn man den ganzen Tag Sandalen trägt.    

Was bitte ist Biedermeier?  Die Herkunft des Einstecktuch

Biedermeier ist ein Stil von ca. 1815 bis ca.1848. Er entstand nach den Napoleonischen Kriegen und spiegelt die Nachkriegszeit wieder. Gedeckte Farben und weniger Rüschen. Dafür aber buntere Muster. 

In der Biedermeierzeit kamen zum Beispiel die langen Hosen in Mode — und die Brusttasche!  Statt Stiefel zu tragen, gab es Stiefelten. Historisch entstand damals die Grundlage für den heutigen Anzug. Die Einführung der Brusttasche, ergab, dass Taschentücher einfach dort aufbewahrt werden konnten. Und dank vieler Dandys wurde daraus ein Trend! Ein Gentleman hatte jetzt nicht mehr nur ein Taschentuch, sondern drei – eines für die Brusttasche, eines für sich selbst und eines für die Dame. 

Biedermeier war auch die Zeit der Sonnenuntergänge. Als der Vulkan Tambora in Indonesien ausgebrochen war und riesige Mengen Asche in die Atmosphäre befördert hatte, gab es 1816 keinen Sommer. Aber in der ganzen Epoche gab es die schönsten Sonnenuntergänge — weil sich das Licht durch die Aschepartikel anders brach.

Das erklärt, denke ich, warum auf vielen Bilder dieser Zeit, Sonnenuntergänge so beliebt waren.

Was kannst du von der Biedermeierzeit lernen?

Ich denke: „Es ist der Mut zu Mustern und Farbigem“. Muster und Farben zu kombinieren, ist für uns Männer nicht mehr alltäglich. Warum nimmst du dir nicht mal die Zeit, es zu versuchen? 

 Die farbige Biedermeier Mode ging ab 1837 ins Schwarz der Viktorianischen Anzüge über. Und das Einstecktuch wurde ein fester Bestandteil der Herrenmode.

Die 40ziger Jahre — Herrenmode am Zenit 

Alan Flusser schreibt in seinem Buch „Style and the Man*“, dass die Mode der vierziger Jahre als die Messlatte der Herrenmode gesehen wird. Und es gibt einiges, was dafür spricht. Jeder Film Noir beweist es: gut geschnittene Anzüge, Hüte und Mäntel — alles abgerundet mit bunten Krawatten und Einstecktüchern. 

Die vierziger sind vielleicht die Messlatte der Herrenmode, aber ich trage nicht so gerne Krawatten!  Und wenn du das auch nicht tust, suche dir neue Inspirationen… zum Beispiel Luzifer aus der Amazon Serie. 

Und wenn du dir unsicher bist, wie das Einstecktuch zu deinem Job passt, habe ich hier einen Beitrag für dich: Das Einstecktuch im Business

In den Fünfziger Jahren verschwand das Einstecktuch als „altbacken“ und dümpelte so dahin. Zum Beispiel in der Brusttasche von James Bond. 

Das Einstecktuch kehrt zurück

Mit Wall Street kam das Einstecktuch wieder zurück. In der Brusttasche von Gordon Gekko. Wenn du dich fragst, warum der Stil von Gordon Gekko so gut und zeitlos ist? Sein Outfit wurde von Alan Flusser zusammengestellt.

Fazit:

Einstecktücher zu tragen, ist deine Entscheidung. Es sieht immer schick aus! Es wertet deinen optisch Anzug auf. Es gibt dir Persönlichkeit. Und ich denke, das können wir von den Biedermeier Dandys lernen: Uns selbst auszudrücken! 

Wenn du dir noch nicht sicher bist, welcher Style deiner ist, schau in mein eBook. Ich stelle dir drei unterschiedliche Styles vor, die du für dich ausbauen kannst — bis du deinen eigenen Style gefunden hast. 

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